Im ländlichen Raum wird Mobilität oft mit weiten Wegen, Landstraßen und hoher Geschwindigkeit assoziiert. Dabei spielt sich ein wesentlicher Teil unseres Alltags auf kurzen Wegen zwischen zu Hause, Bildungs- und Arbeitsplätzen, ÖPNV-Haltestellen, Nahversorgern oder Nachbarn ab. Das simple Gehen, Spazieren und Wandern ist dabei die natürlichste Form der Mobilität – leise, emissionsfrei und gesund. Trotzdem ist der Fußverkehr in vielen Gemeinden kaum Teil von strategischen Verkehrsplanungen.
Gerade hier liegt aber enormes Potenzial: Sichere und attraktive Gehwege, kurze Querungen, angenehme Aufenthaltsorte und gute Anbindung an Rad- und ÖV-Netze stärken nicht nur die aktive Mobilität, sondern auch das soziale Leben im Ort. Wenn Kinder sicher zur Schule gehen können, sich ältere Menschen selbstständig bewegen und Begegnungen dabei selbstverständlich werden, dann entsteht Mobilität, die mehr kann als nur Distanzen überbrückt, sondern Lebensräume verbindet.
Das MOBIREG Innovationslabor setzt sich deshalb dafür ein, dass der Fußverkehr in ländlichen Regionen wieder als zentraler Bestandteil eines lebenswerten Mobilitätssystems verstanden wird. In Projekten und Experimenten erforscht MOBIREG, wie durch Gestaltung, Beteiligung und Bewusstseinsbildung neue Wege entstehen – buchstäblich und im übertragenen Sinn. Wir helfen auch interessierten Gebietskörperschaften und Verbänden bei der Erstellung ihrer Fußverkehrskonzepte. Denn wer Fußverkehr stärkt, schafft nicht nur Bewegung vor Ort, sondern Begegnung und Zugehörigkeit im Ort.
Weitere Literatur:
Carsten Hagedorn (2020) - Fussverkehr im ländlichen Raum.pdf (9,0 MB)