Die Koralmbahn ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Als zentraler Abschnitt der neuen Südstrecke Österreichs und Teilabschnitt des Baltisch-Adriatischen Korridors von Danzig nach Venedig wird dieses Projekt in weniger als zwei Wochen (14. Dezember 2025) vollständig in Betrieb gehen.
Die Hochleistungsstrecke verkürzt die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt von mehr als zwei Stunden drastisch auf nur 45 Minuten. Diese verbesserte Erreichbarkeit schafft den Wirtschaftsraum „AREA SÜD“, welcher durch geschicktes Wirtschaftstreiben zur zweitgrößten Agglomeration Österreichs mit internationaler Sichtbarkeit heranwachsen kann.
Allerdings ist die Infrastruktur kein Selbstläufer, und ihr Nutzen hängt davon ab, was darauf und damit gemacht wird, zumal der ländliche Raum spezifische Herausforderungen aufweist. Genau hier setzt das MOBIREG Innovationslabor, dessen Ziel die Konzeption eines Regionalen Mobilitätslabors war, um die regionalen Mobilitätsstrukturen zu optimieren. Kärnten dient dabei als optimaler Versuchsrahmen, da 70 % der Bevölkerung in ländlichen Regionen lebt und das Bundesland die geringste ÖV-Nutzung in Österreich aufweist (6 % Modal Split). MOBIREG konzentriert sich daher auf die Optimierung und Verzahnung bestehender Mobilitätsangebote im ruralen Raum, um die lückenhafte ÖV-Infrastruktur und die starke Abhängigkeit vom Individualverkehr zu adressieren. Die inhaltliche Ausrichtung liegt dabei auf zukunftsorientierter Mobilität, demographischem Wandel und der Entwicklung zielgruppenorientierter Lösungen für periphere Gebiete. Erst durch die Entwicklung selbstorganisierter Mobilitätsformen und optimierter regionaler Strukturen wird sichergestellt, dass die einzelnen Gemeinden effektiv an das überregionale Schienennetz der Koralmbahn angeschlossen werden.
Das Zusammenwirken der Koralmbahn und lokaler Zubringerverkehre führt somit zur Steigerung der ÖV-Nutzung, zur nachhaltigen Schließung von Mobilitätslücken und zur Reduktion von Treibhausgas-, Lärm- und Schadstoffemissionen in Kärnten.
Wir gratulieren allen Mitwirkenden recht herzlich an diesem Jahrhundertprojekt!