MOBIREG bekennt sich zum Complete Street Ansatz

Hallo zusammen! Als Team des MOBIREG Innovationslabors verfolgen wir das Ziel, Mobilität in den Kärntner Regionen neu zu denken und Straßenräume so zu gestalten, dass sie der gesamten Zivilgesellschaft dienen. Das Konzept der Complete Streets ist für uns dabei kein bloßes Gestaltungsmittel, sondern ein strategischer Hebel für regionale Transformation.

Hier sind unsere drei zentralen Ansätze für eine erfolgreiche Umsetzung:

1. Ganzheitliche Transformation :green_heart: : Die Straße als Rückgrat der regionalen Daseinsvorsorge begreifen. Wir von MOBIREG betonen, dass Straßenräume weit mehr sind als reine Kanäle für den Verkehrsfluss; sie sind die lebenswichtigen Verbindungsglieder in der „Triangulation von Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum“. Eine Straße ist erst dann „complete“, wenn sie konsequent nach der Prämisse „Ankommen statt unterwegs sein“ gestaltet wird, was vielfältige, durchmischte Quartiere mit hoher Aufenthaltsqualität und kurzen Wegen des Alltags schafft. Behörden müssen hierfür Ortsentwicklungs- und Mobilitätsplanung integriert denken, um sicherzustellen, dass Alltagsziele wie Nahversorgung, Bildung und soziale Dienste für alle Menschen unabhängig vom Verkehrsmittel barrierefrei und sicher erreichbar sind. Dieser Ansatz sichert insbesondere in peripheren Lagen die soziale Teilhabe und verhindert, dass Mobilität zu einer sozialen Frage wird.

2. Mut zur Exnovation :blue_heart: : Flächengerechtigkeit durch Rückbau autozentrierter Privilegien. Für uns als Mobilitätslabor ist klar: Ein Straßenraum kann nur dann für alle Nutzergruppen funktionieren, wenn wir die jahrzehntelange Pfadabhängigkeit der autozentrierten Planung durch gezielte Exnovation aufbrechen. Dies erfordert von den Behörden den Mut zur Neuverteilung des Straßenraums, bei der Flächen für den fließenden und ruhenden Pkw-Verkehr konsequent zugunsten des Umweltverbunds und öffentlicher Aufenthaltsflächen umgewidmet werden. Reine Zusatzangebote reichen nicht aus; es bedarf wirksamer Push-Maßnahmen wie Parkraumreduktion oder Fahrbahneinziehungen, um den notwendigen Platz für sichere Radwege, breite Gehwege und Begrünung zu schaffen. Erst durch diese sichtbare Transformation wird die Überlegenheit nachhaltiger Mobilitätsformen im Alltag demonstriert und die Klimaresilienz unserer Gemeinden und Regionen massiv gestärkt.

3. Subjektive Mobilität stärken :heart: : Planung entlang von Wahrnehmung und kollaborativer Governance. Die MOBIREG-Philosophie rückt den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum, denn Mobilität entsteht primär im Kopf und wird maßgeblich durch die subjektive Wahrnehmung beeinflusst. Behörden sollten daher qualitative Analysemethoden wie Community Mapping oder Fokusgruppen nutzen, um „Angsträume“ zu identifizieren und die Straße als sozialen Begegnungsraum zu gestalten, der Sicherheit und Vertrauen vermittelt. Eine erfolgreiche Umsetzung von Complete Streets benötigt zudem eine kollaborative Governance, die Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft frühzeitig in Reallaboren und Pilotprojekten zusammenbringt. Diese experimentellen Ansätze ermöglichen es der Bevölkerung, Veränderungen direkt zu erproben, wodurch Vorurteile abgebaut und die notwendige soziale Legitimität für dauerhafte Umgestaltungen geschaffen wird. Wir sind überzeugt, dass wir durch diese integrierte und bedarfsorientierte Herangehensweise unsere Region gemeinsam in Bewegung bringen können.

Zuletzt stellen wir die Frage: Was sind eure Erfahrungen mit solchen Umgestaltungsprojekten vor Ort?