Mobilitätsgerechtigkeit bedeutet im Kern, dass der Zugang zu Verkehrsmitteln und die damit verbundene gesellschaftliche Teilhabe als Teil der Daseinsvorsorge für alle Menschen fair, barrierefrei und diskriminierungsfrei gestaltet werden. Es geht darum, die bestehende „dreifache Gerechtigkeitslücke“ zu schließen: den ungleichen Zugang zu Mobilitätschancen, die einseitige Belastung durch negative externe Effekte wie Lärm oder Emissionen und die soziale Schieflage verkehrspolitischer Instrumente. Besonders in ländlichen Räumen führt das Fehlen von Alternativen oft zu einer „Zwangsautomobilität“, die einkommensschwache oder vulnerable Gruppen sozial ausschließt oder finanziell überlastet.
Wir als MOBIREG Innovationslabor setzen genau hier an, um diesen gerechten Übergang in Kärnten aktiv zu gestalten. Als 2024 gegründetes Reallabor fokussieren wir uns auf die spezifischen Herausforderungen der ländlich-peripheren Regionen, in denen wir gemeinsam mit Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nachhaltige Lösungen erproben. Unser Beitrag zur Mobilitätsgerechtigkeit in Kärnten fußt auf partizipativen Verfahren: Wir binden gezielt Gruppen ein, die in klassischen Planungen oft unterrepräsentiert sind, wie Frauen, Kinder, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen.
In unserer täglichen Arbeit konzentrieren wir uns auf entscheidende Stellhebel für den ländlichen Raum, darunter First- und Last-Mile-Lösungen, bedarfsorientierte Verkehre wie Rufbusse sowie den Aufbau multimodaler Knotenpunkte an zentralen Haltestellen. Wir agieren dabei als Vermittler und Multiplikator, um die Handlungsfähigkeit von Gemeinden zu stärken und praxisnahe Ansätze direkt in den regionalen Alltag zu integrieren. Unser Ziel ist es, durch evidenzbasierte Strategien und systematisches Lernen eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität und Erreichbarkeit für alle Kärntner:innen zu erreichen.